Wanderreiter in Rheinland-Pfalz: Dreiteiliges Seminar-Programm ist ohne Beispiel in Deutschland

„Wer reitet so spät durch Nacht und Wind“, fragt Johann Wolfgang von Goethe in seinem Gedicht „Erlkönig“. „Es ist ein Wanderreiter, der sein Quartier nicht find’“, mutmaßt Manfred Weick. Der 61-jährige ist der ehemalige Breitensportbeauftragte des Pferdesportverbandes Rheinland-Pfalz (PSVRP). Bei einem Seminar für angehende Wanderreiter in der Jugendherberge Altleiningen erklärt Weick die Ansprüche, die der art- und umweltgerechte Umgang mit dem „Transportmittel Pferd“ in der heutigen Zeit bieten.

Manfred Weick: „Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das Pferd das wesentliche Transport- und Arbeitsgerät der Menschen.“ Erst die Industrialisierung, die Erfindung von Dampfmaschine und Benzinmotor, hatten das Pferd vor rund 100 Jahren aus dem Alltagsbild der Dörfer und Städte verdrängt. Neue Bedeutung gewann das Pferd Mitte der 1970er-Jahre als Sport- und Freizeit-Partner des Menschen. Eine besonders enge Beziehung zum Pferd habe seither vor allem die wachsende Gruppe der Wanderreiter entwickelt.

Manfred Weick: „Wanderreiter beleben eine der natürlichsten Fortbewegungsarten des Menschen – das Reisen zu Pferd.“ Bei Tagesetappen bis zu 25 Kilometern ziehen diese modernen Nomaden gemächlich einem festgelegten Ziel entgegen. Der „Partner Pferd“ ist dabei Freund, Gefährte, Transportmittel und Packtier in einer Person.

„Wanderreiter reisen bei Wind und Wetter“, sagt Manfred Weick. Voraussetzung hierfür sind umfassende Kenntnisse über die beinahe vergessenen Anforderungen, die diese Art des Reisens an Pferd und Reiter stellen. Hinzu kommt umfassendes Wissen über Ausrüstung, Wetterkunde, den Umgang mit Karte und Kompass, medizinische Notfallmaßnahmen und hundert Kleinigkeiten, die der zu beachten hat, der sich sicher und nach Großväter-Sitte auf die Spuren des „Erlkönigs“ begeben will.

„Den notwendigen Hintergrund lernen die Teilnehmer bei den Seminaren des PSVRP“, sagt Manfred Weick. Tatsächlich ist die dreigeteilte Wanderreiter-Ausbildung, die der rheinland-pfälzische Pferdesportverband seit rund 20 Jahren an wechselnden Orten anbietet, in Deutschland einmalig. Dass sich die Teilnahme lohnt, verspricht Manfred Weick: „Wer den kompletten Lehrgang absolviert hat, braucht den Erlkönig nicht zu fürchten.“ Wer mehr wissen möchte bekommt weitere Informationen bei Manfred Weick (06357/989222)

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