Reiterfreundliche Gemeinde: Verbandsgemeinde Montabaur entdeckt Natur als Abenteuer für Touristen
Die Natur selber soll es sein, die Touristen und Kurzurlauber in einigen Jahren dazu bringen könnte, Ferien und freie Wochenenden in der Region Montabaur zu verbringen. „Erziehung zu nachhaltiger Bildung“ lautet das Stichwort, sagt Cornelius Bischoff. Der 44-jährige Kulturwissenschaftler erklärt, dass Wälder, Felsen, Bäche und Wiesen der Region eine Art von Abenteuer-Lehrbuch bilden, mit dessen Hilfe die Feriengäste regionale Geschichte und die Besonderheiten der Tier- und Pflanzenwelt künftig fühlen, schmecken, sehen und riechen können. Dieses intensive Naturerlebnis werde dazu führen, dass die Urlauber ihre Ferienregion nicht nur als eine „grüne Kulisse des üblichen Erholungs-Programms“ erleben, sondern, „durch sprichwörtliches Begreifen und persönliche Erfahrung für kurze Zeit ein Teil ihrer Urlaubsregion werden.“ Cornelius Bischoff: „Diese Gäste können ihren Bekannten nicht nur die Fotos ihrer touristischer Ziele zeigen; sie können erklären, was sie erlebt und gesehen haben und diese Begeisterung steckt an.“
Die Grundlage eines entsprechenden Konzeptes hatte die Kaiserslauterer Planungsgesellschaft WSW & Partner GmbH erarbeitet. Ihre „Analyse der naturverträglichen Tourismuspotenziale“ in der Verbandsgemeinde Montabaur stellte WSW-Geschäftsführer Dieter Wild in der Bürgerhalle des Montabaurer Rathauses vor. Neben Stadtbürgermeister Klaus Mies freute sich auch die Ortsvorsteherin des Stadtteiles Reckenthal, Christine Kraus, über das positive Ergebnis der Analyse, die vielfältige Möglichkeiten aufzeichnet, das touristische Potenzial der Region zu erschließen.
Ausgezeichnet mit dem Titel einer „reiterfreundlichen Gemeinde in Rheinland-Pfalz“ waren es das Reckenthaler-Ortsbeiratsmitglied Reinhard Görg und der Gründer der „Deutschen Wanderreiter Akademie“ Herbert Fischer, die angeregt hatten, sich an einer entsprechenden Ausschreibung zu beteiligen. „Reckenthal bietet alle Voraussetzungen, zu einem Ausgangspunkt für regionale Reitertourismus-Angebote im Sinne der Erziehung zu nachhaltiger Bildung zu werden“, ist Dieter Wild überzeugt. Vor allem das Einvernehmen zwischen Landbesitzern, Bauern, Jägern, der kommunalen Verwaltung und dem Inhaber des örtlichen Reiterhofes, Herbert Fischer, hatte dazu geführt, dass Reckenthal die nun vorliegende Analyse für die Verbandsgemeinde Montabaur gewinnen konnte.
„Reiten ist ein touristisches Thema“, bestätigt auch Stadtbürgermeister Mies, dem das sanfte Natur-Erlebnis-Konzept der Kaiserslauterer Planungsgesellschaft auch deshalb gefällt, weil die Hauptattraktion für künftige Touristen – die Natur selber - seit tausenden von Jahren kostenfrei vor der Haustüre steht. Dennoch aber werde es ein langer Weg, um eine Natur-Erlebnisregion rund um Montabaur für Reiter, Radfahrer und Wanderer in die Tat umzusetzen. Mies: “Wir werden das Thema Reiten zukünftig in unsere touristische Projektarbeit einbeziehen, da ist es gut zu wissen, dass in Reckenthal vom Start weg alle an dem gleichen Strang ziehen.“