Durchgeatmet: Grenzland-Reiter gehen neue Wege zu mehr Ruhe in Alltag und Sattel
Raus aus dem Auto, rauf aufs Pferd und ab in die Reitbahn. Längst schon haben Termindruck und Freizeitstress die Reitställe der Republik erreicht und oft genug quittieren Einsteiger den Hinweis darauf, dass Striegel und Hufkratzer Beginn und Ende des Unterrichtes markieren, mit ungläubigem Staunen. Nach den Erfahrungen von Wiebke Krause stehe auch die Redensart vom „Freizeitpartner Pferd“ häufig in einem Widerspruch zu dem tatsächlichen Verhältnis, dass das Miteinander von Pferden und Reitern im Alltag prägt.
„Viele Menschen sehen ihr Pferd als einen Spiegel für Sehnsüchte und Träume“, sagt die diplomierte Reitlehrerin. Das Wesen der meisten Pferde lade vor allem Frauen dazu ein, eine innere Verbindung einzugehen, die von einem starken Gefühl gegenseitigen Einvernehmens geprägt sei. In Vergessenheit gerate dabei oft, dass dieses „Einvernehmen“ nichts mit dem inneren Verständnis zu tun hat, wie es zu den Grundlagen einer Partnerschaft zwischen zwei Menschen gehört. „In einer tragfähigen Pferd-Mensch Beziehung, bleibt die Suche nach ‚innerer Anlehnung’ Aufgabe des Pferdes“, sagt Wiebke Krause. Weil sich Pferde in potenziellen Angstsituationen an den Vorgaben und oft unbewussten Körpersignalen ihrer Reiter orientieren, gehörten Ruhe und das Ausstrahlen einer inneren Gelassenheit zu den Grundlagen jedes reiterlichen Erfolges.
„Es sind zahllose Geschichten verbürgt, in denen Pferde, gemeinsam mit ihren Reitern, die unglaublichsten Leistungen erbracht haben“, sagt Wiebke Krause. Nicht eigens überliefert - weil für die Menschen der vor-automobilen Gesellschaft selbstverständlich – sei dabei der Hinweis, dass die Helden jener Erzählungen, Wochen und Monate auf engstem Raum miteinander verbracht haben. Genügend Zeit für die Vierbeiner, um zu lernen, sich in jeder Situation unbedingt auf ihre Reiter verlassen zu können.
„Meldereiter, Wagenlenker und berittene Soldaten vergangener Jahrhunderte haben beinahe rund um die Uhr mit ihren Pferden gelebt“, sagt Wiebke Krause. Diese Form des ständigen Miteinanders sei heutzutage selbst für professionelle Reiter kaum zu erreichen. Vor allem Freizeit- und Gelegenheits-Reitern empfiehlt die Deutsche Meisterin im Western Reiten (Amateur Senior Pleasure) deshalb ein umfassendes mentales Training: „Pferde sind Fluchttiere mit einer hoch entwickelten Wahrnehmung“, sagt Krause, „je mehr Ruhe und Überzeugungskraft der Reiter ausstrahlt, desto geringer ist der Anlass, ein Kräftemessen oder das Weite zu suchen.“
Gemeinsam mit dem Kampfsport-Europameister Holger Fritz, der Mental- und Motivationstrainerin Petra Schnellhammer und dem Hypnose-Therapeuten Klaus Bauer hat Krause ein Schulungsprogramm entwickelt, das durch gezielte Körperarbeit und mentales Training darauf zielt, Interessenten zu mehr Ruhe, innerer Gelassenheit und einer veränderten Körpersprache zu helfen. „Die Seminare bieten einen guten Einstieg zu einer Extraportion Selbstbewusstsein im Alltag“, sagt Wiebke Krause. Der „Freizeitpartner Pferd“ leiste auf diesem Weg unschätzbare Dienste als Trainer und Therapeut. Die Lehrgänge finden statt, ab acht Teilnehmer/innen mit eigenem Pferd. Weitere Informationen auf Anfrage.