Berittene Naturführer: Zertifikatslehrgang macht Reiterprofis fit für sanften Tourismus in Wald und Natur

Eine bundesweit anerkannte Weiterbildung zum „Berittenen Naturführer“ richtet sich an Berittführer/innen (FN) und Geländerittführer/innen der VFD. Ziel der Ausbildung ist es, entsprechend qualifizierte Freizeitreiter auf die Anforderungen als Begleiter naturverträglicher Reitertourismus-Angebote vorzubereiten. Gefördert wird die Ausbildung im Rahmen des Projektes „Regio-Akademie“ an der Volkshochschule Neustadt/Weinstraße, aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen in Rheinland-Pfalz. Kooperationspartner sind die Landesforsten, der Verein für Naturforschung und Landespflege, Pollichia e.V. und die Initiative Grenzlandreiter.

Nach Auskunft der verantwortlichen Projektleiterin an der VHS Neustadt sind Naturführer gesuchte Ansprechpartner bei regionalen Touristikämtern und in Landschaftsschutz-Einrichtungen. Entsprechende Erfahrungen bestehen aus Lehrgängen, die Teilnehmer in 240 Unterrichtseinheiten dazu anleiten, Kulturgeschichte und naturkundliche Zusammenhänge aus Sicht des Natur- und Landschaftsschutzes zu beurteilen. Kombiniert mit Einblicken in Methodik und Didaktik der professionellen Umwelt- und Erwachsenenbildung ist die Naturführer-Ausbildung durch den Bundesweiten Arbeitskreis der staatlich getragenen Bildungsstätten im Natur- und Umweltschutz (BANU) zertifiziert. Unterschiede zu dem nun angebotenen Lehrgang zum „Berittenen Naturführer“ ergeben sich durch die Voraussetzungen, die der VFD bzw. die Deutsche Reiterliche Vereinigung an die Erteilung ihrer jeweiligen Zertifikate bindet. Antje van Look: „Vorkenntnisse bei der Zusammenstellung von Reitergruppen, Konfliktmanagement, Waldrecht oder der Umgang mit Karte und Kompass haben den aktuellen Lehrplan auf 120 Unterrichtseinheiten schrumpfen lassen.“ Weil sich die Ausbildung zum Berittenen Naturführer zudem an Interessenten aus dem gesamten Bundesgebiet richtet werden die Besonderheiten in den Schutzgebieten der südwestlichen Pfalz vor allem als Beispiele angeführt, um einen Überblick der Recherchemöglichkeiten, Informationsquellen und Ansprechpartner in der eigenen Heimatregion zu bekommen.

Der erste Lehrgang zum Berittenen Naturführer ist, verteilt über acht Wochenenden, ab Februar 2009 auf Gut Hohenberg bei Annweiler am Trifels geplant. Erfolgreichen Absolventen winkt die Teilnahme an Werbe- und Informationsmöglichkeiten, die Natur- und Landschaftsschutz-Organisationen im Internet anbieten. Auch die Initiative Grenzlandreiter und die „Albert Knaus Stiftung für das Reiten in freier Natur“ haben eine Internetseite zur Verfügung gestellt, um die Angebote der (Berittenen) Naturführer unter interessierten Reitertouristen bekannt zu machen. Ziel der Stiftung ist die Förderung von vorbildlichem Engagement für die Belange von reiterlichem Naturschutz und der Qualifizierung von Freizeitreitern im Umgang mit Natur und Umwelt. Nach Auskunft von Stiftungs-Gründer und „Europa-Wanderreiter“ Albert Knaus hatte der Lehrgang für Berittene Naturführer den Anstoß für die Zusammenarbeit beider Organisationen gegeben. Gemeinsames Ziel ist die grenzübergreifende Qualifizierung von Freizeitreitern und die Förderung von Angeboten für Reiter-Touristen mit Interesse an Themen des reiterlichen Natur- und Landschaftsschutzes.

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