Archiv für Dezember 2009

Natur mit Pferd erleben: Zweiter Lehrgang für Berittene Naturführer startet im Januar

An Naturfreunde mit und ohne Pferd richtet sich ein Lehrgangs-Angebot der Initiative Grenzland-Reiter e.V.. Gemeinsam mit der Volkshochschule in Neustadt an der Weinstraße, den Landesforsten in Rheinland-Pfalz und dem Verein für Naturforschung und Landespflege, Pollichia e.V., beginnt im Januar 2010 der zweite Durchlauf einer Ausbildung zum Berittenen Naturführer.

An acht Wochenenden, die jeweils in den Monaten Januar bis Oktober 2010 geplant sind, werden Rittführer der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), des Vereins für Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland (VFD) und der Deutschen Wanderreiter Akademie (DWA) ausgebildet, um Feriengästen, Reiturlaubern und Touristen die Besonderheiten aus Entstehungs- und Kulturgeschichte ihrer jeweiligen Ferienregionen zu vermitteln. Der Weg zum Ziel führe dabei nicht über die Aufzählung „trockener“ Informationen während der Rittpausen.

„Es geht darum, die Natur im Sinne des Wortes begreifbar zu machen“, heißt es in einer Presseinformation. Nach Auskunft eines Sprechers der Initiative dienen Wälder, Felsen, Bäche und Wiesen den Naturführern als eine Art von Abenteuer-Lehrbuch, mit dessen Hilfe es möglich sei, Feriengästen die umgebende Natur mit Pferd im Sinne des Wortes fühlen, schmecken, erleben und riechen zu lassen. Ziel dieser intensiven Natur-Erfahrung sei es, die Urlauber „durch sprichwörtliches Begreifen und persönliche Erfahrung als Botschafter für die Besonderheiten von Flora und Fauna , Entstehung und Geschichte einer Region zu gewinnen.“ In der Folge könnten die Gäste ihren Bekannten später nicht nur die Fotos ihrer touristischen Ziele zeigen; „sie können erklären, was sie erlebt und gesehen haben und diese Begeisterung steckt an.“

Reiter, die bislang noch kein Zertifikat als Rittführer der genannten Vereine erworben haben, erhalten nach dem erfolgreichen Abschluss des Lehrganges eine Teilnahme-Bestätigung der VHS Neustadt. Das Zertifikat „Berittener Naturführer“ kann dann zu einem späteren Zeitpunkt gegen Vorlage der entsprechenden Qualifikationen ausgestellt werden. Gefördert wird die Ausbildung über das Projekt „Regio Akademie“ bei der VHS Neustadt/Weinstraße, aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Ministeriums für Arbeit Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen in Rheinland Pfalz. Weitere Informationen und Anmeldeunterlagen gibt es im Internet: www.Berittene-Naturfuehrer.de

Reiterfreundliche Gemeinde: Verbandsgemeinde Montabaur entdeckt Natur als Abenteuer für Touristen

Die Natur selber soll es sein, die Touristen und Kurzurlauber in einigen Jahren dazu bringen könnte, Ferien und freie Wochenenden in der Region Montabaur zu verbringen. „Erziehung zu nachhaltiger Bildung“ lautet das Stichwort, sagt Cornelius Bischoff. Der 44-jährige Kulturwissenschaftler erklärt, dass Wälder, Felsen, Bäche und Wiesen der Region eine Art von Abenteuer-Lehrbuch bilden, mit dessen Hilfe die Feriengäste regionale Geschichte und die Besonderheiten der Tier- und Pflanzenwelt künftig fühlen, schmecken, sehen und riechen können. Dieses intensive Naturerlebnis werde dazu führen, dass die Urlauber ihre Ferienregion nicht nur als eine „grüne Kulisse des üblichen Erholungs-Programms“ erleben, sondern, „durch sprichwörtliches Begreifen und persönliche Erfahrung für kurze Zeit ein Teil ihrer Urlaubsregion werden.“ Cornelius Bischoff: „Diese Gäste können ihren Bekannten nicht nur die Fotos ihrer touristischer Ziele zeigen; sie können erklären, was sie erlebt und gesehen haben und diese Begeisterung steckt an.“

Die Grundlage eines entsprechenden Konzeptes hatte die Kaiserslauterer Planungsgesellschaft WSW & Partner GmbH erarbeitet. Ihre „Analyse der naturverträglichen Tourismuspotenziale“ in der Verbandsgemeinde Montabaur stellte WSW-Geschäftsführer Dieter Wild in der Bürgerhalle des Montabaurer Rathauses vor. Neben Stadtbürgermeister Klaus Mies freute sich auch die Ortsvorsteherin des Stadtteiles Reckenthal, Christine Kraus, über das positive Ergebnis der Analyse, die vielfältige Möglichkeiten aufzeichnet, das touristische Potenzial der Region zu erschließen.

Ausgezeichnet mit dem Titel einer „reiterfreundlichen Gemeinde in Rheinland-Pfalz“ waren es das Reckenthaler-Ortsbeiratsmitglied Reinhard Görg und der Gründer der „Deutschen Wanderreiter Akademie“ Herbert Fischer, die angeregt hatten, sich an einer entsprechenden Ausschreibung zu beteiligen. „Reckenthal bietet alle Voraussetzungen, zu einem Ausgangspunkt für regionale Reitertourismus-Angebote im Sinne der Erziehung zu nachhaltiger Bildung zu werden“, ist Dieter Wild überzeugt. Vor allem das Einvernehmen zwischen Landbesitzern, Bauern, Jägern, der kommunalen Verwaltung und dem Inhaber des örtlichen Reiterhofes, Herbert Fischer, hatte dazu geführt, dass Reckenthal die nun vorliegende Analyse für die Verbandsgemeinde Montabaur gewinnen konnte.

„Reiten ist ein touristisches Thema“, bestätigt auch Stadtbürgermeister Mies, dem das sanfte Natur-Erlebnis-Konzept der Kaiserslauterer Planungsgesellschaft auch deshalb gefällt, weil die Hauptattraktion für künftige Touristen – die Natur selber - seit tausenden von Jahren kostenfrei vor der Haustüre steht. Dennoch aber werde es ein langer Weg, um eine Natur-Erlebnisregion rund um Montabaur für Reiter, Radfahrer und Wanderer in die Tat umzusetzen. Mies: “Wir werden das Thema Reiten zukünftig in unsere touristische Projektarbeit einbeziehen, da ist es gut zu wissen, dass in Reckenthal vom Start weg alle an dem gleichen Strang ziehen.“

Zeitreisen mit Knete und Kompass: Berittene Naturführer laden zu Entdeckungstouren mit und ohne Pferd

Es riecht nach Abenteuer wenn Tom Landgraf in die Satteltasche greift. Als Absolvent des bundesweit ersten Lehrgangs für „Berittene Naturführer“ weiß der 42-Jährige, dass Fantasie und Improvisationstalent gefragt sind wenn es gilt, Reiturlaubern und Touristen ein lebendiges Bild von dem zu vermitteln, was Feriengästen in den Hügeln Rheinhessens als ein Paradies für Wanderfreunde und Mountainbiker erscheint.

„Die Umwelt, wie sie uns heute begegnet, ist die Folge einer Jahrtausende alten Besiedlungs- und Wirtschaftsgeschichte“, sagt der gelernte Betriebswirt, der neben seinem Beruf eine Wanderreitstation im rheinhessischen Dolgesheim betreibt. Im Laufe der Geschichte war das heutige Rheinhessen ein Durchzugsgebiet für zahllose Stämme und Völker, die ihre Spuren in dem rund 1.400 km2 großen Gebiet hinterlassen haben, das sich zwischen Mainz und den Städten Alzey, Bingen und Worms erstreckt. „Rheinhessen ist ein großes, lebendiges Geschichtsbuch“, sagt Landgraf, der selber ein begeisterter Darsteller historisch korrekter Geschichtsdarstellungen, dem so genannten Reenactment, ist. Es sei an der Zeit diese Geschichte für Urlaubsgäste – im Sinne des Wortes – begreifbar zu machen.

Aus diesem Grund hatte sich der Industriemeister, gemeinsam mit einem Dutzend Pferdefreunden aus dem ganzen Bundesgebiet, für eine Weiterbildung der Volkshochschule in Neustadt an der Weinstraße gemeldet und in 120 Unterrichtseinheiten die Zusammenhänge von Entstehungs-, Kultur- und Siedlungsgeschichte, über Flora und Fauna seiner Heimat erfahren. „Es ist faszinierend zu erleben, dass die Schichten der Sandsteine Hinweis darauf geben, in welche Richtung sich Flüsse bewegt haben, die vor 300 Millionen Jahren an genau dieser Stelle geflossen sind“, sagt Tom Landgraf.

Weil es Ziel der Berittenen Naturführer ist, ihr umfangreiches Wissen möglichst hautnah an Reiturlauber und Touristen weiter zu geben, standen auf dem Stundenplan des bundesweit anerkannte Zertifikatslehrganges, neben einer Menge praktischer Übungen und Exkursionen, auch allerlei Möglichkeiten, die komplexen Zusammenhänge in Natur und Umwelt für Feriengäste mit und ohne Pferd erfahrbar zu machen: In der Folge finden sich in den Packtaschen von Tom Landgraf neben der üblichen Wanderreit-Ausrüstung auch geheimnisvoll duftende Tiegel, Bestimmungsbücher, Becherlupen, Feuersteine, Zunderschwämme, allerlei Utensilien aus vergangener Zeit und eine Handvoll Kinderknete.

„Für alle Fälle“, schmunzelt der passionierte Jäger, denn wer hätte gedacht, dass es der Teufel selber war, dem die rheinhessische Eiche ihre tief zerfurchte Rinde verdankt. Tom Landgraf verspricht, dass ein Klumpen Knete und einige selbst gesammelte Rebenblätter, Stöckchen und Steine dafür sorgen, dass solche und ähnlich spannende Geschichten die Naturführungen der Lehrgangsteilnehmer zu einem unvergesslichen Erlebnis machen. Ein weiterer Lehrgang für Berittene Naturführer ist ab dem Januar kommenden Jahres geplant. Gefördert wird die Ausbildung über das Projekt „Regio Akademie“ bei der VHS Neustadt/Weinstraße, aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Ministeriums für Arbeit Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen in Rheinland Pfalz. Weitere Informationen gibt es im Internet (www.Berittene-Naturfuehrer.de) und bei Tom Landgraf: www.Rheinhessen-Raids.de

Mit Kutsche und zu Pferd: (Berittene) Naturführer bieten Informationen im Internet

Aktuelle Informationen über die Ausbildung von zertifizierten Naturführern zu Pferd hat die Initiative Grenzlandreiter e.V. auf einer eigenen Internetseite zusammengefasst. Unter der Webadresse “Berittene-Naturfuehrer.de” finden Pferdefreunde, Kutschfahrer und Reiter aller Stilrichtungen Wissenswertes über Voraussetzungen und Möglichkeiten, die an das bundesweit anerkannte VHS-Zertifikat der Berittenen Naturführer gebunden sind.

Neben einem Download-Bereich mit Anmeldeformularen und einem aktuellen Informationsfaltblatt bietet die Internetseite ein virtuelles Tagebuch (Blog), Pressemeldungen rund um das Thema „Naturführung zu Pferd“ und einen Terminkalender, der Naturführern aus allen Teilen Deutschlands die Möglichkeit bietet, individuelle Angebote, Reitausflüge, Lehrgänge und Wanderritte unter einer zentralen Adresse im Internet bekannt zu geben. Nach Auskunft eines Sprechers der Initiative Grenzland-Reiter e.V. sind auch Naturführer „zu Fuß“, die durch den Bundesweiten Arbeitskreis der staatlich getragenen Umweltbildungsstätten (BANU) zertifiziert wurden, dazu eingeladen, ihre Angebote und Termine auf den neuen Internetseiten vorzustellen. Weitere Informationen im Internet: www.Berittene-Naturfuehrer.de

Naturführung mit Pferd: Das Glück der Erde in Kutsche und Sattel erlebt

„An der Südlichen Weinstraße sehen wir den Wald vor lauter Käschde nicht“, sagt Petra Schnellhammer. „Käschde“ nennt der Pfälzer die dunkelbraun-glänzenden Esskastanien, die jedes Jahr von tausenden Kastanienbäumen fallen, die in den Randgebieten des Pfälzerwaldes, zwischen Bad Bergzabern und Neustadt an der Weinstraße, wachsen. Und während Schorsch und Michel, Sammy und Albany mit munterem Traben einen der typischen, roten Lehmwege zwischen Annweiler und Kandel unter die Hufe nehmen, erzählt die zertifizierte Naturführerin ihren staunenden Zuhörern in Kutsche und Sattel, dass es römische Legionen waren, die die vermeintlich typische Pfälzer Baumfrucht an der Südlichen Weinstraße angesiedelt haben, denn die schmackhaften Maroni waren schon zur Zeit der Cäsaren eine praktische Ergänzung auf dem Speiseplan von Menschen und Tier.

Petra Schnellhammer ist Mitgründerin der Initiative Grenzland-Reiter e.V., deren Anliegen es ist, durch Qualifizierung und Aufklärung für das Miteinander von Mensch und Natur im Biosphärenreservat Pfälzerwald zu werben. Dabei heraus gekommen ist unter anderem ein Zertifikats-Lehrgang für Berittene Naturführer, in dem interessierte Reiter aus ganz Deutschland ausgebildet werden, die Besonderheiten ihrer jeweiligen Heimatregionen ebenso interessant wie fachkundig für Reiturlauber und Touristen darzustellen. Partner der Initiative ist auch die Volkshochschule in Neustadt an der Weinstraße, die den bestandenen Lehrgang mit einem bundesweit anerkannten VHS-Zertifikat „Berittener Naturführer“ bestätigt.

Neben Naturführungen für Reiturlauber im Sattel eines geliehenen oder eigenen Pferdes, ist die „Naturführung mit Pferd“, eine zusätzliche Besonderheit im Angebot der Initiative. Petra Schnellhammer: „Exkursionen mit Kutsche und Planwagen geben auch solchen Menschen Gelegenheit, Natur und Kultur an Südlicher Weinstraße, in Bienwald und Pfälzerwald zu erleben, die nicht mehr gut zu Fuß sind oder den Freizeitpartner Pferd kennen lernen wollen, ohne selber reiten zu können.“ Interessant sei das Angebot auch für Familien, die ihren Urlaub gemeinsam erleben möchten, ohne bei der Tagesplanung zwischen Reitstall, Kultur und Familienerlebnis entscheiden zu müssen.

Naturführer zu Pferd: Volkshochschule Neustadt bietet Profiwissen für Reiter in Wald und Natur

Die Ausbildung zum Berittenen Naturführer ist ab sofort für interessierte Freizeitreiter aller Reitweisen zugänglich. Bislang war der Nachweis einer Rittführer-Ausbildung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) bzw. der Vereinigung der Freizeitreiter und –fahrer in Deutschland (VFD) als Einstiegsqualifikation gefordert. Nachdem zahlreiche Pferdefreunde eine Teilnahme bei der Volkshochschule in Neustadt/Weinstraße nachgefragt hatten, habe man sich entschlossen, den Teilnehmerkreis zu erweitern, heißt es in einer Presseinformation.

„Das Interesse der Freizeitreiter an fundiertem Wissen um landeskundliche Zusammenhänge, historische Entwicklungen und die Besonderheiten in Flora und Fauna ist enorm“, sagt Antje van Look, die als Koordinatorin des Projektes „Regio Akademie“ bei der VHS Neustadt, federführend an der Gestaltung der Inhalte sämtlicher Naturführer-Ausbildungen bundesweit beteiligt ist. Konkret nachgefragt würden von den Anrufern vor allem die Lerninhalte aus Natur- und Umweltpädagogik. Durch ihre Angebote entlasten Naturführer die Forstbeamten nicht nur bei umweltpädagogischen Maßnahmen, sondern sind auch wichtige Multiplikatoren für naturkundliche Zusammenhänge in den jeweiligen Lebensräumen.

Antje van Look: „Da die Ausbildung der Berittenen Naturführer nur etwa ein Drittel der Lehrstunden unserer Ausbildung für Naturführer ‚zu Fuß’ umfasst, stellen wir für Freizeitreiter ohne Rittführer-Qualifikation eine Teilnahmebestätigung an dem bundesweit einmaligen Lehrgang aus.“ Das VHS-Zertifikat eines Berittenen Naturführers erhalten die Teilnehmer dann, sobald sie ein Rittführer-Zertifikat des VFD bzw. der FN nachweisen. Die Kürzung des Lehrplans für Berittene Naturführer erklärt van Look durch die verbindlich vorgeschriebenen Inhalte der Rittführer-Ausbildungen. „Unsere Seminarwochenenden sind bis an den Rand mit Wissen und Lernstoff gefüllt, da nutzen wir die qualifizierten Ausbildungen des VFD und der FN, um auf vorhandenes Wissen aufzubauen.“ Interessenten bekommen weitere Informationen und die Anmeldeunterlagen im Internet: www.Grenzland-Touren.de und bei Antje van Look, VHS Neustadt, Telefon 06321 855-583

Die Ausbildung zum Berittenen Naturführer wird gefördert über das Projekt „Regio Akademie“ bei der VHS Neustadt/Weinstrasse, aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Ministeriums für Arbeit Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen in Rheinland Pfalz.

Naturführer zu Pferd: Zertifikats-Ausbildung qualifiziert Rittführer als Partner für Umwelt und Urlaub

Die Ausbildung zum Berittenen Naturführer hilft einen Graben zu schließen der über Jahrzehnte, vor allem die ländlichen Regionen der Republik, in zwei Lager gespalten hat: Die Rede ist von Freizeitreitern und dem nicht berittenen Teil der Bevölkerung, der Pferden und Reitern mit oft berechtigtem Misstrauen entgegen getreten war. Einen weiteren, wesentlichen Beitrag leistet die bundesweit anerkannte Zertifikats-Ausbildung auch im Blick auf die bislang kaum wahrnehmbaren, qualifizierten Angebote für Reiter-Touristen in Deutschland. Letztere bilden eine Zielgruppe, die in dem Maße an Bedeutung gewinnt, in dem immer mehr Turnierreiter entdecken, dass sich die natürlichen Anlagen ihrer Pferde weniger in Reitbahn- und Gitterbox, sondern in der freien Natur entfalten und dass qualitativ hochwertige und entsprechend organisierte Reiterreisen nur wenig mit dem Bild des unrasierten Naturburschen auf struppigem Wanderreit-Pony zu tun haben.

„Weil Reiter zudem in der Lage sind, in kürzerer Zeit größere Strecken zurück zu legen, als dies zum Beispiel einem Wanderer möglich ist und weil sich die Welt vom Rücken eines Pferdes in einem anderen Blickwinkel darstellt, gibt es zwei wesentliche Unterschiede zu der Ausbildung unserer Naturführer ‚zu Fuß’“, sagt Antje van Look. Bei der Volkshochschule in Neustadt an der Weinstraße ist die Projektleiterin federführend an der Planung von Lerninhalte in der Ausbildung von Natur- und Landschaftsführern in ganz Deutschland beteiligt. Van Look: „Naturführer zu Fuß werden gezielt auf den Einsatz in überschaubaren Naturräumen vorbereitet.“ Das Ergebnis ist ein hoch spezialisiertes Fachwissen über die Entstehungsgeschichte, zum Beispiel der Rheinebene zwischen Karlsruhe und Mannheim, Teile des Pfälzerwaldes oder einzelner Schwarzwald-Regionen. Da sich die Ausbildung zum Berittenen Naturführer aber an Reiter aus allen Bundesländern richtet zielen die Lerninhalte darauf, das Verständnis für Zusammenhänge zwischen den unterschiedlichen Fachbereichen zu vermitteln: Antje van Look: „Natürlich arbeiten wir exemplarisch mit den Gegebenheiten in unserer Region. Wer aber versteht, welchen Einfluss die urgeschichtliche Verformung der Erdkruste auf unsere heutigen Landschaftsbilder genommen hat und weiß, dass diese Landschaftsbilder von einer individuellen Tier- und Pflanzenwelt geprägt sind, die die menschliche Siedlungsgeschichte bis heute beeinflussen, kann dieses Wissen überall einsetzen.“

Angereichert um Hinweise auf Besonderheiten in der Entstehungs- und Kulturgeschichte, die sich zum Beispiel aus regionalen Sagen ergeben können, Eigenheiten von Bauweisen und Siedlungsformen, aber auch um Hintergrundwissen über die Ausweisung und den Sinn von Schutzgebieten, qualifiziert die Ausbildung den Berittenen Naturführer zu einem Ansprechpartner gleichermaßen für Forst- und Touristikbehörden, Umweltschützer, Freizeitreiter und die Inhaber von Reitbetrieben in der Region. Antje van Look: „Unser Ziel ist es, die individuellen Kontaktnetze der Teilnehmer gezielt um solche Ansprechpartner zu ergänzen, die die künftigen Berittenen Naturführer dazu in die Lage versetzen, sowohl eigene, reiterliche Angebote auf hohem Niveau vorzustellen, als auch mit eventuell vorhandenen Natur- und Landschaftsführern in ihren Heimatregionen zu kooperieren. Gemeinsam mit den Mitarbeitern der Forst-Verwaltungen, von Umwelt- und Naturschutzverbänden können so tragfähige Netze entstehen, die helfen, den Platz von Pferden und Reitern in der Natur - als wichtige Boschafter eine jahrtausende alten gemeinsame Kulturgeschichte - für kommende Generationen zu bewahren.

Die Ausbildung zum Berittenen Naturführer wird gefördert über das Projekt „Regio Akademie“ bei der VHS Neustadt/Weinstraße, aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Ministeriums für Arbeit Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen in Rheinland Pfalz.

Berittene Naturführer: Zertifikatslehrgang macht Reiterprofis fit für sanften Tourismus in Wald und Natur

Eine bundesweit anerkannte Weiterbildung zum „Berittenen Naturführer“ richtet sich an Berittführer/innen (FN) und Geländerittführer/innen der VFD. Ziel der Ausbildung ist es, entsprechend qualifizierte Freizeitreiter auf die Anforderungen als Begleiter naturverträglicher Reitertourismus-Angebote vorzubereiten. Gefördert wird die Ausbildung im Rahmen des Projektes „Regio-Akademie“ an der Volkshochschule Neustadt/Weinstraße, aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen in Rheinland-Pfalz. Kooperationspartner sind die Landesforsten, der Verein für Naturforschung und Landespflege, Pollichia e.V. und die Initiative Grenzlandreiter.

Nach Auskunft der verantwortlichen Projektleiterin an der VHS Neustadt sind Naturführer gesuchte Ansprechpartner bei regionalen Touristikämtern und in Landschaftsschutz-Einrichtungen. Entsprechende Erfahrungen bestehen aus Lehrgängen, die Teilnehmer in 240 Unterrichtseinheiten dazu anleiten, Kulturgeschichte und naturkundliche Zusammenhänge aus Sicht des Natur- und Landschaftsschutzes zu beurteilen. Kombiniert mit Einblicken in Methodik und Didaktik der professionellen Umwelt- und Erwachsenenbildung ist die Naturführer-Ausbildung durch den Bundesweiten Arbeitskreis der staatlich getragenen Bildungsstätten im Natur- und Umweltschutz (BANU) zertifiziert. Unterschiede zu dem nun angebotenen Lehrgang zum „Berittenen Naturführer“ ergeben sich durch die Voraussetzungen, die der VFD bzw. die Deutsche Reiterliche Vereinigung an die Erteilung ihrer jeweiligen Zertifikate bindet. Antje van Look: „Vorkenntnisse bei der Zusammenstellung von Reitergruppen, Konfliktmanagement, Waldrecht oder der Umgang mit Karte und Kompass haben den aktuellen Lehrplan auf 120 Unterrichtseinheiten schrumpfen lassen.“ Weil sich die Ausbildung zum Berittenen Naturführer zudem an Interessenten aus dem gesamten Bundesgebiet richtet werden die Besonderheiten in den Schutzgebieten der südwestlichen Pfalz vor allem als Beispiele angeführt, um einen Überblick der Recherchemöglichkeiten, Informationsquellen und Ansprechpartner in der eigenen Heimatregion zu bekommen.

Der erste Lehrgang zum Berittenen Naturführer ist, verteilt über acht Wochenenden, ab Februar 2009 auf Gut Hohenberg bei Annweiler am Trifels geplant. Erfolgreichen Absolventen winkt die Teilnahme an Werbe- und Informationsmöglichkeiten, die Natur- und Landschaftsschutz-Organisationen im Internet anbieten. Auch die Initiative Grenzlandreiter und die „Albert Knaus Stiftung für das Reiten in freier Natur“ haben eine Internetseite zur Verfügung gestellt, um die Angebote der (Berittenen) Naturführer unter interessierten Reitertouristen bekannt zu machen. Ziel der Stiftung ist die Förderung von vorbildlichem Engagement für die Belange von reiterlichem Naturschutz und der Qualifizierung von Freizeitreitern im Umgang mit Natur und Umwelt. Nach Auskunft von Stiftungs-Gründer und „Europa-Wanderreiter“ Albert Knaus hatte der Lehrgang für Berittene Naturführer den Anstoß für die Zusammenarbeit beider Organisationen gegeben. Gemeinsames Ziel ist die grenzübergreifende Qualifizierung von Freizeitreitern und die Förderung von Angeboten für Reiter-Touristen mit Interesse an Themen des reiterlichen Natur- und Landschaftsschutzes.

Reiterferien: Drei Kommunen liefern sich Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel der „reiterfreundlichsten Gemeinde in Rheinland-Pfalz“

Drei Kommunen aus Rheinland-Pfalz haben sich für den Titel der reiterfreundlichsten Gemeinde im Land qualifiziert. Zwar stand die endgültige Zahl der Teilnehmer bei Redaktionsschluss nicht fest, doch gilt es als sicher, dass Pferdefreunde und Reitertouristen künftig verstärkt die Stadt Wolfstein (bei Kusel), die Gemeinde Rheinbrohl (im Kreis Neuwied) und den Ort Reckenthal (bei Monatbaur) in ihre Urlaubsplanung einbeziehen werden.

Einen Grund dafür, dass sich unter den rund 2.300 politisch selbstständigen Gemeinden im Land nur drei Kommunen für eine Teilnahme an dem Wettbewerb der Initiative qualifiziert haben, führt ein Sprecher der „Grenzland-Reiter“ auf die besonderen Anforderungen zurück, die die Mitglieder an ihre Ausschreibung geknüpft hatten. Dieter Wild ist Fachmann für Strukturanalysen und Stadtplanung. Seine Gesellschaft, die Kaiserslauterer WSW und Partner GmbH, erstellt für die Siegergemeinde eine kostenlose Untersuchung ihrer naturverträglichen, touristischen Entwicklungsmöglichkeiten. Dieter Wild erklärt: „Wir wollten wissen, ob es im Umland der Kommune einen Reiterhof oder Pferdebetrieb gibt, der bei den Bürgern einen besonders guten Ruf genießt und dessen Aktivitäten auf das Interesse einer breiten Gemeindeöffentlichkeit stößt.“ Nach dem aktuellen Stand der Ausschreibung scheint es, als gehörten das Gestüt des Christlichen Jugenddorf Werkes (CJD) in Wolfstein, das Gut „Arienheller“ der Familie von Rennenberg in Rheinbrohl und der Sitz der Deutschen Wanderreiter-Akademie, der Fischerhof bei Reckenthal, zu den Betrieben in Rheinland-Pfalz, deren Engagement und Kundenorientierung ein besonders positives Echo in ihren jeweiligen Gemeinden gefunden haben. Diese Wechselbeziehung bezeichnet Wild als eine wesentliche Grundlage, um das Bewusstsein der ungezählten nicht organisierten Freizeitreiter im Land auf die Anliegen von reiterlichem Tier-, Umwelt- und Naturschutz zu lenken und gleichzeitig eine Basis für qualifizierten Reitertourismus in Rheinland-Pfalz zu schaffen. „Pferde-Betriebe haben einen großen Bedarf an Weidefläche“, sagt der Planungs-Fachmann: „Allein durch seine Ausdehnung trägt ein Reiterhof erheblich zu dem öffentlichen Bild einer Gemeinde bei.“ Aus diesem Grund sei die Betriebsleitung gleichermaßen auf das Wohlwollen und die Unterstützung von Verwaltung und Anliegern angewiesen. Erst wenn dieses Verhältnis ausgeglichen ist, können beide Partner daran gehen, gemeinsam ein umfassendes und attraktives Angebot für Freizeitreiter und Reiturlauber zu schaffen.

Reitergemeinde Rheinland-Pfalz: Stadt Wolfstein unterstützt private Qualitäts-Offensive in Sachen Natur- und Reitertourismus

Als erste Kommune in Rheinland-Pfalz hat sich die Stadt Wolfstein bei Kusel um den Titel der reiterfreundlichsten Gemeinde im Land beworben. Bürgermeister Gerhard Kirch ist sicher, dass „die kleine Stadt im Königsland“ gute Chancen hat, einen vorderen Platz bei dem Wettbewerb zu belegen, den die Initiative Grenzlandreiter aus Völkersweiler bei Landau organisiert hat. „Wolfstein erfüllt“, sagt Bürgermeister Kirch, alle Voraussetzungen, die die Grenzlandreiter an die Teilnahme des landesweit ausgeschriebenen Wettbewerbes geknüpft haben. Die Stadt verfügt nicht nur über ein ansehnliches Netz Natur belassener Wirtschaftswege. (Reitert)-Touristen locken auch zwei stattliche Burgruinen und diverse Naturdenkmäler, die in einem Umkreis von 15 Kilometer um den Ortskern verteilt liegen und fern touristischer Ballungsangebote von Naturfreunden zu Pferd erschlossen werden können. Als besonderen Trumpf schicken die Wolfsteiner das Gestüt des Christlichen Jugenddorf-Werkes (CJD) ins Rennen. Der Pferde-Zuchtbetrieb ist eine anerkannte Ausbildungsstätte für Pferdewirte mit den Schwerpunkten Zucht und Haltung, bzw. Reiten und bietet unter anderem Jugendlichen mit Lernbehinderungen die Chance, einen qualifizierten Beruf zu erlernen. Gerhard Kirch: „Das Gestüt genießt bei den Wolfsteinern einen großen Rückhalt und hat einen guten Ruf, was Serviceorientierung und den Umgang mit Tier und Natur angeht.“

Dass nachhaltiges Wirtschaften und das Bekenntnis zu aktivem Tier- und Naturschutz mit Recht zu den wesentlichen Kriterien des Landeswettbewerbes gehören, bestätigt Dieter Wild. Der 53-Jährige ist Geschäftsführer der Kaiserslauterer WSW und Partner GmbH. Das Unternehmen hat sich auf kommunale Strukturplanung und die Erschließung, zum Beispiel von Baugebieten oder Konversionsanlagen, spezialisiert und spendiert der Siegergemeinde eine kostenlose Analyse ihrer naturverträglichen, touristischen Entwicklungsmöglichkeiten. Geschäftsführer Dieter Wild war durch Medienberichte auf das Anliegen der Initiative Grenzland-Reiter aufmerksam geworden, die vor rund vier Jahren angetreten ist, in Rheinland-Pfalz die Grundlagen für einen qualifizierten Reitertourismus zu schaffen. Der Fachmann ist davon überzeigt, dass dem nachhaltigen Umgang mit Natur und Umwelt vor allem in ländlichen Gemeinden eine Schlüsselrolle im Tourismusgeschäft der Zukunft zukommen wird. Die Bemühungen der Grenzlandreiter, bislang ohne finanzielle Unterstützung, durch eigene Ideen und privates Engagement, in der Öffentlichkeit auf diese Chance für den Tourismus in Rheinland-Pfalz aufmerksam zu machen, bezeichnet Wild als vorbildlich. Auch Bürgermeister Kirch begrüßt das Engagement der Grenzland-Reiter: „Die wenigsten Pferdefreunde haben eine Vorstellung von den rechtlichen Voraussetzungen, die daran geknüpft sind, sich mit einem Pferd durch die Natur zu bewegen“, zudem sei kaum ein Freizeitreiter dazu in der Lage, fachgerecht zu beurteilen, ob die Tiere, die Touristen landauf-, landab für Wochend-Ausritte angeboten werden, artgerecht gehalten werden oder wirklich gesund sind. Es ist, so Gerhard Kirch, an der Zeit, auch solche unbequemen Themen in der Öffentlichkeit anzusprechen.

Frischer Wind im Pferdeland: Initiative Grenzland-Reiter sucht die reiterfreundlichste Gemeinde in Rheinland-Pfalz

Rund 2.300 politisch selbstständige Gemeinden gibt es in Rheinland Pfalz. Noch bis zum 30. Juni 2012 haben Bürgermeister und Tourismus-Verantwortliche Gelegenheit, ihre Kommune für den Titel der „Reiterfreundlichsten Gemeinde RLP“ zu qualifizieren. Ziel des Wettbewerbes ist es, Freizeitreiter aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland auf die Qualitäten von Rheinland-Pfalz als Urlaubsparadies für Pferdefreunde aufmerksam zu machen. Ausgeschrieben hat den Wettbewerb die Initiative Grenzland-Reiter aus Völkersweiler bei Landau. Nach Auskunft eines Sprechers war der ursprünglich vorgesehene Einsendeschluss, Mitte Mai, auf Ende Juni verschoben worden, um auch kleinen Gemeinden, die über keinen umfassenden Verwaltungsapparat verfügen, die Möglichkeit zu geben, sich an dem Wettbewerb zu beteiligen.

„Neben den bekannten Tourismus-Gebieten an Rhein und Mosel bieten vor allem Hunsrück, Eifel, Westerwald und die Pfalz ideale Voraussetzungen, um Land und Leute mit einem geliehenen oder dem eigenen Pferd kennen zu lernen“, sagt Wiebke Krause. Die international erfolgreiche Western-Reiterin ist Mitgründerin der Grenzland-Reiter. Gemeinsam mit Fachleuten aus unterschiedlichen Disziplinen der Sport- und Freizeitreiterei ist es Ziel der Initiative, die Grundlagen für einen qualifizierten Reitertourismus in Rheinland-Pfalz zu legen. Dem Pfälzerwald und den angrenzenden Nordvogesen komme bei diesem Vorhaben eine besondere Bedeutung zu. Die Region umfasst das größte zusammenhängende Waldgebiet in Mitteleuropa. Dank der liberalen Forstgesetze in Rheinland-Pfalz sei eine nahezu uneingeschränkte Nutzung des ausgedehnten Netzes von Waldwirtschafts- und Wanderwegen durch Reiter möglich.

Um Pferde, die sich in einer rund 6.000-jährigen, gemeinsamen Geschichte, zu den wichtigsten Kulturbegleitern des Menschen entwickelt haben, auch für künftige Generationen in der Natur zu erhalten, gibt es in Rheinland-Pfalz seit Mitte der 1970er Jahre Bestrebungen, Freizeitreiter für das Miteinander mit anderen Naturnutzern zu sensibilisieren. Mit einem wachsenden Netz besonders qualifizierter Reiterhöfe und kombinierter Lehrgangs- und Urlaubsangeboten wollen die Grenzlandreiter das Reiten in der Natur nun auch für solche Pferdefreunde salonfähig machen, die ihre Freizeit bislang vor allem auf Turnier- und Dressurplätzen verbracht haben. Voraussetzung hierfür sei es, den Menschen dabei zu helfen, die Bedürfnisse und Verhaltensweisen ihrer Pferde besser verstehen zu lernen, sagt Wiebke Krause.

Tatsächlich haben sich die meisten Übungen der Dressur- und Springreiter aus den Erfordernissen entwickelt, denen sich die Menschen früher, im täglichen Umgang mit ihren Pferden, ausgesetzt sahen. Damit die Reiter unserer Tage wieder sicher mit Pferd und Natur umgehen können, müssen eine Vielzahl Grundlagen im Bewusstsein der Menschen geschaffen werden: Dass die Straßenverkehrsordnung auch für Reiter gilt und dass Pferde, die ihre Box nur verlassen, um den Dressurplatz zu umrunden, vor jedem Eichhörnchen die Flucht ergreifen, sei für viele Freizeitreiter eine neue Erkenntnis. Dennoch aber sei das Reiten in der Natur ein ganz besonderes Erlebnis und Rheinland-Pfalz bietet, nicht nur durch abwechslungsreiche Landschaften und eine liberale Gesetzgebung, die idealen Voraussetzungen für qualifizierte Reitertouristen: „Wir haben ein großes Netz Natur belassener Wald- und Wirtschaftswege“, sagt Krause. Zudem gibt es, abseits der ausgetretenen Tourismus-Pfade, eine Vielzahl sehenswerter Besonderheiten, die sich dem Interessenten am einfachsten zu Pferd erschließen. Drittes Kriterium für die Teilnahme an dem „Landeswettbewerb Reitergemeinde“ ist die Ansiedlung eines Pferdebetriebes, der nach den Grundsätzen von Nachhaltigkeit, Tier- und Naturschutz arbeitet.

„Die Gesamtzahl der Kilometer Natur belassener Wirtschaftswege, ein entsprechender Kartenabschnitt, die Adresse des Pferdebetriebes und eine Liste der Sehenswürdigkeiten abseits touristischer Hauptrouten, sind die Teilnahmebedingungen für den Wettbewerb“, sagt Wiebke Krause. Der reiterfreundlichsten Gemeinde in Rheinland-Pfalz winkt unter anderem eine kostenlose Analyse ihrer naturverträglichen, touristischen Entwicklungsmöglichkeiten durch die Kaiserslauterer WSW und Partner GmbH.

Metropolregion: „Rhein-Neckar-Zeitung“ macht Lust auf Grenzland-Erlebnis „mit Hirn und Hufen“

von Kirsten Baumbusch

Der Anblick könnte schöner nicht sein: Zart spielt der Wind mit den sattgrünen Grashalmen, die Kornblumen wetteifern mit dem Himmel um das schönste Blau, die Sonnenstrahlen streicheln über die Haut – und aus dem dunklen Wald heraus wacht die Burg Trifels über das idyllische Tal. Auch „Moreno“ schnaubt zufrieden und zupft sich ein Blättchen vom Baum. Der 26-jährige braune Araberwallach ist im Pfälzerwald bei Annweiler zuhause und jetzt Teil eines ungewöhnlichen Projektes am südwestlichen Rand der Metropolregion. (…)

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Immer an die Leser denken: Die „Rheinpfalz“ zeigt neue Wege für Reitertouristen zwischen Frankreich und Deutschland

von Natalie Reske

Lagerfeuerromantik, bei Wind und Wetter auf dem Rücken eines Pferdes Natur und Landschaft erkunden, Ländergrenzen überwinden und das Gefühl von absoluter Freiheit erleben? Ganz so einfach ist es nicht. Der Verein der Grenzland-Reiter bietet Pferdeliebhabern aber die Möglichkeit, fachkundig geführte Ausritte in die herrlichen Regionen zwischen Elsass, Lothringen und dem westlichen Rheinland-Pfalz zu unternehmen. Reitertouristen aus dem deutschsprachigen Raum sollen die Reize der Nähe zu Frankreich und darüber hinaus durch das vielfältige Angebot der Grenzlandreiter schätzen lernen. (…)

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Neulich im Radio: SWR1 zeigt Chancen für sanften Reitertourismus in Rheinland-Pfalz

von Helga Gnägy

„Rund 30 Pferde sind auf dem Hahnenbacher-Hof, in der Südpfalz, untergebracht. In großzügig angelegten Stallungen und auf den großen Koppeln haben die Tiere alles, was sie zu einem zufriedenen Pferdeleben brauchen. Betreut werden die kleinen Ponys, die Haflinger und Norweger unter anderem von Brigitte Pelzer. Sie ist schon seit Kindertagen eine begeisterte Reiterin, hat vor einigen Jahren eine Ausbildung zur Berittführerin gemacht und begleitet Gruppen bei ihren Ausritten durch den Pfälzerwald.“

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Biosphärenreservat: Pfälzerwald bietet Chancen für sanften Tourismus am Rande der Stadt

„Wem bei dem Gedanken an die endlos scheinenden Forstflächen im Grenzgebiet zwischen Frankreich und dem westlichen Rheinland-Pfalz Stichworte wie ‚Urwald’ oder ‚Primärwald’ in den Sinn kommen, ist auf dem Holzweg“, sagt Petra Schnellhammer. Die 43-Jährige ist davon überzeugt, dass sich die wenigsten Besucher des Biosphären-Reservates Gedanken darüber machen, dass der heutige Pfälzerwald das Ergebnis einer Jahrhunderte langen Forst- und Siedlungsarbeit ist. Heraus gekommen ist ein empfindliches Gleichgewicht, das die Interessen von Mensch, Tier und Natur gleichermaßen berücksichtigt. „Eine unbedachte Nutzung bringt dieses Gleichgewicht in Gefahr“, sagt Schnellhammer. Die Motivationstrainerin gehört zu den Gründern der Initiative Grenzland-Reiter, die sich im Umland der Trifels-Stadt Annweiler zusammengefunden hat, um zur Förderung eines sanften Reiter-Tourismus in der Region beizutragen. Dabei komme Begriffen wie „Nachhaltigkeit“ und „Umweltschutz“ eine besondere Bedeutung zu.

„Auch dem Wachsen in der Natur sind Grenzen gesetzt“, sagt Schnellhammer. Nicht nur in Süd- und Mittelamerika fallen einmalige Naturlandschaften der Motorsäge zum Opfer, um die europäische Konsumgesellschaft mit kurzlebigen Produkten zu versorgen. Auch in Kanada, den USA, Finnland und Norwegen seien die letzten Urwälder - und damit ein wichtiges Erbe der Erde - bedroht. Petra Schnellhammer. „Für uns war es ein besonderer Tag, als bekannt wurde, dass die russische Regierung den Kalevalski-Urwald im finnischen Grenzgebiet unter dauerhaften Schutz gestellt hat.“ Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hatte seit 1995 für den Erhalt des Waldes gekämpft, der, mit einer Fläche von 74.000 Hektar, dreimal so groß ist, wie der Nationalpark Bayerischer Wald.

Als „wertvolle Reserven“ bezeichnet Schnellhammer auch die verbliebenen Natur-Flächen im Umland der deutschen Ballungsgebiete. „Wer in Landau, Bad Bergzabern oder Deidesheim lebt, vergisst leicht, dass der Pfälzerwald im direkten Einzugsbereich von Mannheim, Ludwigshafen und den Zentren der Metropolregion Rhein-Neckar liegt“, sagt Schnellhammer. Zu tausenden Nah-Erholung-Suchenden kommen unzählige Touristen, die die vorgeblich unberührte Natur des Biosphären-Reservates per Fahrrad, Fuß oder Pferd erkunden. Vor allem an letztere richten sich die Angebote der Grenzlandreiter. Schnellhammer: „Wer auf Pirschpfaden reitet, über fremde Wiesen und Äcker galoppiert oder Pferdeäpfel auf dem Bürgersteig hinterlässt, schadet dem Ansehen jedes Pferde-Freundes in der Öffentlichkeit.“ Möglichem „Wildwuchs“ begegnen die Grenzlandreiter durch eine umfassende Aufklärung und Lehrgangsangebote. Der nächste Lehrgang für Berittene Naturführer beginnt im Januar 2010. Informationen bietet eine eigene Internetseite; www.Berittene-Naturfuehrer.de

Durchgeatmet: Grenzland-Reiter gehen neue Wege zu mehr Ruhe in Alltag und Sattel

Raus aus dem Auto, rauf aufs Pferd und ab in die Reitbahn. Längst schon haben Termindruck und Freizeitstress die Reitställe der Republik erreicht und oft genug quittieren Einsteiger den Hinweis darauf, dass Striegel und Hufkratzer Beginn und Ende des Unterrichtes markieren, mit ungläubigem Staunen. Nach den Erfahrungen von Wiebke Krause stehe auch die Redensart vom „Freizeitpartner Pferd“ häufig in einem Widerspruch zu dem tatsächlichen Verhältnis, dass das Miteinander von Pferden und Reitern im Alltag prägt.

„Viele Menschen sehen ihr Pferd als einen Spiegel für Sehnsüchte und Träume“, sagt die diplomierte Reitlehrerin. Das Wesen der meisten Pferde lade vor allem Frauen dazu ein, eine innere Verbindung einzugehen, die von einem starken Gefühl gegenseitigen Einvernehmens geprägt sei. In Vergessenheit gerate dabei oft, dass dieses „Einvernehmen“ nichts mit dem inneren Verständnis zu tun hat, wie es zu den Grundlagen einer Partnerschaft zwischen zwei Menschen gehört. „In einer tragfähigen Pferd-Mensch Beziehung, bleibt die Suche nach ‚innerer Anlehnung’ Aufgabe des Pferdes“, sagt Wiebke Krause. Weil sich Pferde in potenziellen Angstsituationen an den Vorgaben und oft unbewussten Körpersignalen ihrer Reiter orientieren, gehörten Ruhe und das Ausstrahlen einer inneren Gelassenheit zu den Grundlagen jedes reiterlichen Erfolges.

„Es sind zahllose Geschichten verbürgt, in denen Pferde, gemeinsam mit ihren Reitern, die unglaublichsten Leistungen erbracht haben“, sagt Wiebke Krause. Nicht eigens überliefert - weil für die Menschen der vor-automobilen Gesellschaft selbstverständlich – sei dabei der Hinweis, dass die Helden jener Erzählungen, Wochen und Monate auf engstem Raum miteinander verbracht haben. Genügend Zeit für die Vierbeiner, um zu lernen, sich in jeder Situation unbedingt auf ihre Reiter verlassen zu können.

„Meldereiter, Wagenlenker und berittene Soldaten vergangener Jahrhunderte haben beinahe rund um die Uhr mit ihren Pferden gelebt“, sagt Wiebke Krause. Diese Form des ständigen Miteinanders sei heutzutage selbst für professionelle Reiter kaum zu erreichen. Vor allem Freizeit- und Gelegenheits-Reitern empfiehlt die Deutsche Meisterin im Western Reiten (Amateur Senior Pleasure) deshalb ein umfassendes mentales Training: „Pferde sind Fluchttiere mit einer hoch entwickelten Wahrnehmung“, sagt Krause, „je mehr Ruhe und Überzeugungskraft der Reiter ausstrahlt, desto geringer ist der Anlass, ein Kräftemessen oder das Weite zu suchen.“

Gemeinsam mit dem Kampfsport-Europameister Holger Fritz, der Mental- und Motivationstrainerin Petra Schnellhammer und dem Hypnose-Therapeuten Klaus Bauer hat Krause ein Schulungsprogramm entwickelt, das durch gezielte Körperarbeit und mentales Training darauf zielt, Interessenten zu mehr Ruhe, innerer Gelassenheit und einer veränderten Körpersprache zu helfen. „Die Seminare bieten einen guten Einstieg zu einer Extraportion Selbstbewusstsein im Alltag“, sagt Wiebke Krause. Der „Freizeitpartner Pferd“ leiste auf diesem Weg unschätzbare Dienste als Trainer und Therapeut. Die Lehrgänge finden statt, ab acht Teilnehmer/innen mit eigenem Pferd. Weitere Informationen auf Anfrage.

Vier mal Silber: „Team Krause“ überzeugt bei französischen Volti-Meisterschaften in Versailles

Mit einem Familiensieg des „Teams Krause“ endeten die nationalen Voltigier-Meisterschaften im französischen Versailles. Gleich vier Silbermedaillen gab es für Ann-Marie, Lea-Catherine, Jean-Michel und Christopher-Robin Krause. Die Geschwister im Alter zwischen sechs und 12 Jahren überzeugten die Richter in der Junior-Mannschaftswertung Serie 2.

Mutter des ambitionierten Quartetts ist die deutsche Meisterin im Westenreiten (Amateur Senior Pleasure) und Mitgründerin der Initiative Grenzland-Reiter, Wiebke Krause. Das Angebot der Grenzland-Reiter richtet sich an Pferdefreunde aller Interessen- und Leistungsstufen. Ziel der Initiative ist die Förderung eines natur- und umweltbewussten Reiter-Tourismus in der Region.

Krause: „Nicht nur im ‚großen Sport’ entscheidet das Einvernehmen zwischen Reiter und Pferd über Sieg und Niederlage.“ Vor allem Gelegenheitsreiter, die einen Teil ihrer Freizeit in der Natur verbringen, sind auf den Willen zur Zusammenarbeit ihrer Pferde angewiesen. Dass es sich lohnt, schon in jungen Jahren das Verständnis für ein Miteinander zwischen Reiter und Pferd zu wecken, bestätigen zwei zusätzliche Platzierungen der „Grenzland-Kids“: Bei den französischen Voltigier-Meisterschaften belegte Ann-Marie Krause (11) einen dritten Platz in der Mannschaftswertung (B, Senior), die zehnjährige Lea-Catherine gewann eine weitere Silbermedaille in der Junioren-Wertung der Mannschaften (C). Herzlichen Glückwunsch.

Geländerreiter-Lehrgang: Profi-Wissen spart Ärger beim Reiten in Wald und Natur

„Wirklich zu Reiten bedeutet mehr, als fehlerfrei über den Parcours zu fliegen oder durch glänzende Haltung in der Dressur zu überzeugen.“ Meine persönliche Bilanz nach drei Tagen Geländerreiter-Training auf dem Rosenhof in Züsch/Hunsrück ist nicht ungewöhnlich, tröstet Rainhild Wenzel. Die international erfolgreiche Orientierungs-Reiterin (TREC), gehört zu den Organisatoren eines Lehrgangs, der interessierte Freizeitreiter auf die Herausforderungen der Berittführer-Prüfung in Rheinland-Pfalz vorbereitet. Weil von Umsicht und Qualifikation der berittenen Fremdenführer, Sicherheit und Leben ganzer Gruppen von Freizeit-Reitern abhängen, schauen die Prüfer des Pferdesportverbandes Rheinland-Pfalz (PSVRP) sehr genau hin bei dem Nachweis, ob ein Kandidat tatsächlich in der Lage ist, in jeder Situation Pferd und Nerven zu beherrschen.

Um die angehenden Berittführer möglichst umfassend auf ihre künftigen Aufgaben vorzubereiten stehen neben allerlei praktischen Übungen auch rund 20 Stunden Theorie auf dem Lehrgangs-Plan. Das Spektrum der Themen reicht von Fragen der Gesunderhaltung und Ausrüstung, bis zu den Feinheiten, die es im Wege- und Waldrecht der unterschiedlichen Bundesländer zu beachten gilt. „Über diese Dinge machen sich die wenigsten Freizeitreiter Gedanken“, sagt der ehemalige Breitensportbeauftragte des PSVRP. Manfred Weick: „Wer auf Pirschpfaden reitet, über fremde Wiesen und Äcker galoppiert oder Pferdeäpfel auf dem Bürgersteig hinterlässt, schadet dem Ansehen jedes Pferde-Freundes in der Öffentlichkeit.“ Möglichem „Wildwuchs“ begegnet der PSVRP bei seinen Lehrgängen durch eine umfassende Aufklärung. Allein die Handakte des Geländereiter-Lehrganges füllt rund 20 Zentimeter im Bücherregal. Wer mehr wissen möchte bekommt weitere Informationen bei Manfred Weick (06357/989222) und Rainhild Wenzel (www.Reiten-Rosenhof.de )

Wanderreiter in Rheinland-Pfalz: Dreiteiliges Seminar-Programm ist ohne Beispiel in Deutschland

„Wer reitet so spät durch Nacht und Wind“, fragt Johann Wolfgang von Goethe in seinem Gedicht „Erlkönig“. „Es ist ein Wanderreiter, der sein Quartier nicht find’“, mutmaßt Manfred Weick. Der 61-jährige ist der ehemalige Breitensportbeauftragte des Pferdesportverbandes Rheinland-Pfalz (PSVRP). Bei einem Seminar für angehende Wanderreiter in der Jugendherberge Altleiningen erklärt Weick die Ansprüche, die der art- und umweltgerechte Umgang mit dem „Transportmittel Pferd“ in der heutigen Zeit bieten.

Manfred Weick: „Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das Pferd das wesentliche Transport- und Arbeitsgerät der Menschen.“ Erst die Industrialisierung, die Erfindung von Dampfmaschine und Benzinmotor, hatten das Pferd vor rund 100 Jahren aus dem Alltagsbild der Dörfer und Städte verdrängt. Neue Bedeutung gewann das Pferd Mitte der 1970er-Jahre als Sport- und Freizeit-Partner des Menschen. Eine besonders enge Beziehung zum Pferd habe seither vor allem die wachsende Gruppe der Wanderreiter entwickelt.

Manfred Weick: „Wanderreiter beleben eine der natürlichsten Fortbewegungsarten des Menschen – das Reisen zu Pferd.“ Bei Tagesetappen bis zu 25 Kilometern ziehen diese modernen Nomaden gemächlich einem festgelegten Ziel entgegen. Der „Partner Pferd“ ist dabei Freund, Gefährte, Transportmittel und Packtier in einer Person.

„Wanderreiter reisen bei Wind und Wetter“, sagt Manfred Weick. Voraussetzung hierfür sind umfassende Kenntnisse über die beinahe vergessenen Anforderungen, die diese Art des Reisens an Pferd und Reiter stellen. Hinzu kommt umfassendes Wissen über Ausrüstung, Wetterkunde, den Umgang mit Karte und Kompass, medizinische Notfallmaßnahmen und hundert Kleinigkeiten, die der zu beachten hat, der sich sicher und nach Großväter-Sitte auf die Spuren des „Erlkönigs“ begeben will.

„Den notwendigen Hintergrund lernen die Teilnehmer bei den Seminaren des PSVRP“, sagt Manfred Weick. Tatsächlich ist die dreigeteilte Wanderreiter-Ausbildung, die der rheinland-pfälzische Pferdesportverband seit rund 20 Jahren an wechselnden Orten anbietet, in Deutschland einmalig. Dass sich die Teilnahme lohnt, verspricht Manfred Weick: „Wer den kompletten Lehrgang absolviert hat, braucht den Erlkönig nicht zu fürchten.“ Wer mehr wissen möchte bekommt weitere Informationen bei Manfred Weick (06357/989222)

Pferd und Wald: Rheinland-Pfalz lockt Reiter-Touristen mit Natur, Kultur und endlosen Wegen

Wo immer mehr Menschen auf immer weniger Raum zusammen leben ist Rücksicht gefragt. Das gilt vor allem im Blick auf den Wunsch nach einer aktiven Freizeitgestaltung in der Natur. Doch während andere Bundesländer tief in die Trickkiste der Gesetzgebung greifen, um Wald und Flur vor den Folgen der wochenendlichen Stadtflucht zu schützen, setzt Rheinland-Pfalz erfolgreich auf das gegenseitige Verständnis der unterschiedlichen Interessen. Tatsächlich regt sich im Pfälzer Wald kaum ein Wanderer über Fahrradfahrer auf, die unvermutet und auf grobstolligen Reifen hinter der nächsten Wegbiegung auftauchen und Freizeitreiter, die ihre vierbeinigen Sportsfreunde sommertags an idyllischen Dorfbrunnen in der Pfalz, auf dem Hunsrück, in Eifel oder Westerwald tränken, sind keine Seltenheit.

„Der Ton macht die Musik“, sagt Manfred Weick. Der ehemalige Breitensportbeauftragte des Pferdesportverbandes Rheinland-Pfalz (PSVRP) ist davon überzeugt, dass sich die Aufklärungsarbeit auszahlt, die der Verband seit Mitte der 1980er Jahre gemeinsam mit Vertretern des Landwirtschafts-Ministeriums in Mainz und Fachleuten der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) leistet. Manfred Weick: „Rheinland-Pfalz gehört zu den wenigen Bundesländern, in denen das Begehen von Natur belassenen Wirtschaftswegen für Reiter nahezu uneingeschränkt möglich ist.“ In der Folge hat sich das Bundesland zu einem Mekka für Freizeitreiter aus ganz Deutschland entwickelt. Gleichzeitig sind zahlreiche Initiativen entstanden, deren Ziel es ist, den sanften Tourismus zu Pferd in ihren jeweiligen Regionen zu fördern. Dass die Mitglieder zudem darauf achten, dass zwei- und vierbeinige Besucher die Regeln von gegenseitiger Rücksichtnahme und aktivem Natur- und Umweltschutz verstehen und einhalten, ist, so Manfred Weick, beinahe selbstverständlich.

Für Freizeit- und Wanderreiter besonders attraktiv ist dabei das Grenzland im Westen von Rheinland-Pfalz. Die Region zwischen Kaiserslautern, Zweibrücken, Landau und Neustadt zählt zu den größten zusammenhängenden Waldgebieten in Deutschland. Ein für Reiter beinahe uneingeschränkt nutzbares Wegenetz erstreckt sich dabei auch jenseits der Grenze, weit nach Lothringen und in den Naturpark der Nordvogesen.

„Die unberührte Natur ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor im Biosphärenreservat Pfälzerwald“, sagt Thomas Wollenweber. Der 46-Jährige ist Bürgermeister der Stadt Annweiler am Trifels. Im Jahre 1086 erstmals urkundlich erwähnt, ist Annweiler, neben der nur wenige Kilometer entfernten gelegenen Dom-Metropole Speyer, die zweitälteste Stadt der Pfalz. Touristen aus aller Welt locken Wein und Mandelblüte, Kletterfelsen, Wanderwege und – beinahe ganzjährig - die Spuren einer wechselvollen Geschichte im Grenzland zwischen Frankreich und Deutschland.

Dass nun auch immer mehr Freizeitreiter die Vorzüge der Region entdecken, freut Thomas Wollenweber besonders. Pünktlich zum Abschluss der Pferdemesse „Equitana“ hatte sich in Annweiler eine Initiative gegründet, die Reit- und Seminarangebote nach den Richtlinien des rheinland-pfälzischen Pferdesportverbandes organisiert. Nach Auskunft eines Sprecherd der „Initiative Grenzland-Reiter“ gehört es zu den Zielen des Projektes, vor allem Privatreiter für das PSVRP-Konzept von aktivem Naturschutz und gegenseitiger Rücksichtnahme in Wald und Flur zu gewinnen.